Die Proktologie ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit der Erkennung, Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen des Enddarms (Rektum), des Mastdarms und des Afterkanals (Anus) befasst.
Obwohl nahezu jeder zweite Erwachsene von Enddarmleiden betroffen ist, stellen diese immer noch ein Tabuthema in der Gesellschaft dar. Neben Hämorrhoiden, Analvenenthrombosen, Fisteln, Fissuren und dermatologischen Erkrankungen können sich hinter den proktologischen Erscheinungsbildern auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder gar bösartige Geschwüre verbergen. Wir bieten Ihnen höchste Kompetenz, verbunden mit modernster Technik, in der Behandlung proktologischer Erkrankungen an und legen dabei größten Wert auf Empathie und Diskretion. In vielen Fällen ist eine konservative Therapie, die alle Aspekte der Erkrankung betrifft, völlig ausreichend. Operationen können fast immer ambulant durchgeführt werden.
Unter anderem behandeln wir folgende Krankheitsbilder:

- Die Gummibandligatur (nach Barron) ist ein minimal-invasives, ambulantes Behandlungsverfahren zur effektiven Behandlung von Hämorrhoiden, meist des 2. und 3., 1. und 2. Grades. Dabei wird die Blutzufuhr zu den vergrößerten Hämorrhoidalknoten durch kleine Gummiringe unterbunden, was zum Absterben und Abfallen des Gewebes führt.
- Die modifizierte Operation nach Milligan-Morgan ist ein etabliertes, offenes, chirurgisches Verfahren zur Behandlung fortgeschrittener Hämorrhoiden (meist Grad III und IV). Dabei wird das Hämorrhoidaler-Gewebe vom Schließmuskel abpräpariert und entfernt und das zuführende Blutgefäß unterbunden. Die Wunde wird anschließend nach außen offen belassen.
- Die Supraanodermale Hämorrhoidopexie nach Longo ist eine OP-Technik zur Behandlung eines zirkulären Hämorrhoidalleidens 3. Grades mit reponiblem Prolaps.
Hierbei wird eine Fixation des vorfallenden Anoderms und des Hämorrhoidalgewebes in seiner physiologischen, supraanalen Position erreicht. Vorteile sind insbesondere geringere postoperative Schmerzen sowie eine frühere Erlangung der Arbeitsfähigkeit.

Analfisteln sind entzündliche, röhrenförmige Gänge zwischen dem Analkanal und der Haut um den After, die meist aus einem Analabszess entstehen. Typische Symptome sind Schmerzen, Nässen, Juckreiz und eitriger Ausfluss. Sie heilen selten von selbst und erfordern in der Regel eine chirurgische Behandlung, um den Fistelgang zu entfernen und den Schließmuskel zu schonen. Oberflächliche Fisteln können, ohne den Schließmuskel zu verletzen, gespalten oder exzidiert werden. Fistelgänge, die durch den Schließmuskel ziehen, sollten zunächst mit einem Faden armiert werden. Etwa 6-8 Wochen nach diesem kleinen Eingriff kann dann die eigentliche Fistel unter Schonung des Schließmuskels entfernt werden. Der dabei entstehende Defekt im Bereich des Analkanals wird durch einen Schleimhautlappen (Mukosaflap) gedeckt.
- Bei der Fistelarmierung (oder auch Fadendrainage genannt) wird ein Gummizügel durch den Fistelkanal gezogen. Dieser verbleibt 6-8 Wochen. Nach Abheilen der akuten Entzündungssituation kann dann die eigentliche Fistel in einer zweiten Sitzung unter Schonung des Schließmuskels entfernt werden (Fistelexzision).
- Mit einem Schleimhautlappen (Mukosaflap) kann der im Analkanal gelegene Defekt nach Exzision einer Fistel gedeckt werden.
- Bei dem sogenannten LIFT-Verfahren wird der Raum zwischen innerem und äußeren Schließmuskel präpariert. Nach Identifikation der Fistel wird diese dann ligiert (verschlossen, ohne den Schließmuskel durchtrennen zu müssen.

Eine Analfissur ist ein schmerzhafter, länglicher Einriss der Analschleimhaut (Anoderm) am After, oft verursacht durch eine mechanische Überbeanspruchung, wie z. B. durch harten Stuhl. Typische Symptome: brennende Schmerzen, die während des Stuhlgangs auftreten und oft Stunden danach noch anhalten können. Gelegentlich findet sich auch hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier. Die akute Analfissur kann meist konservativ durch stuhlregulierende Maßnahmen und eine suffiziente Schmerztherapie erfolgen.
Bei chronifizierten Fissuren mit Sekundärveränderungen ist oft eine chirurgische Therapie notwendig. Die Fissur wird dabei sorgfältig vom Schließmuskel abpräpariert und sämtliches sklerosiertes Gewebe entfernt.
Eine Analvenenthrombose (Perianalthrombose) ist ein schmerzhaftes Blutgerinnsel in einer oberflächlichen Vene am Afterrand. Sie zeigt sich als bläulicher, praller Knoten, der oft plötzlich, z. B. nach starkem Pressen, entsteht. Typische Symptome sind Schmerzen, Brennen oder Juckreiz. Meist heilt sie nach ein bis zwei Wochen von selbst ab.
Behandlung:
- Konservative Verfahren sind die Therapie der ersten Wahl, da sich die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst zurückbilden.
- Die Exzision einer Analvenenthrombose (auch Perianalthrombose genannt) ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem das Blutgerinnsel zusammen mit dem betroffenen Venenabschnitt und der darüber liegenden Haut vollständig entfernt wird.

Perianale und periproktitische Abszesse sind akute, eitrige Entzündungen im Gewebe um den Anus und den Enddarm. Sie stellen eine abgekapselte Eiteransammlung dar, die meist aus einer Entzündung der Proktodealdrüsen in den Analkrypten (im Übergangsbereich von Haut zu Schleimhaut) entsteht. Während der Abszess die akute Phase darstellt, ist die Analfistel die chronische Form, wobei der Abszess oft aus einer Fistel hervorgeht.
Behandlung:
- Die Exzision perianaler oder periproktitischer Abszesse ist ein chirurgisches Standardverfahren zur Behandlung akuter eitriger Entzündungen im Bereich des Afters. Während eine einfache Inzision (Schnitt) oft nur zur kurzfristigen Druckentlastung dient, zielt die Exzision darauf ab, den Abszessherd und ggf. entzündetes Hautgewebe so zu entfernen, dass eine dauerhafte Heilung ermöglicht wird.

Ein Analekzem ist eine entzündliche Hautveränderung im Analbereich, gekennzeichnet durch starken Juckreiz, Brennen, Rötungen und Nässen. Es ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, oft ausgelöst durch Feuchtigkeit, Reibung, falsche Hygiene oder Hämorrhoiden. Die Therapie zielt auf eine Beseitigung der Ursache, eine konsequente Analhygiene mit Abduschen der Analregion, eingeschränkte Verwendung von Toilettenpapier sowie eine Wiederherstellung der Hautbarriere durch geeignete Salben ab. Oft sind dabei zusätzlich stuhlregulierende Maßnahmen notwendig.
Leitung

Chefarzt
Allgemein- und Viszeralchirurgie
Dr. med. Steffen Münch
Facharztkompetenz: Facharzt für Chirurgie und für allgemeine und spezielle Viszeralchirurgie
Sekretariat & Terminvergabe
Sekretariat
Chirurgie Klinik Bad Bergzabern
Klinik Bad Bergzabern
Danziger Straße 25
76887 Bad Bergzabern
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Telefon: 06343 950 3203
E-Mail: Sekretariat.Chirurgie.BBZ(at)klinikum-ld-suew.de
Terminvergabe Chirurgische Ambulanz:
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Barbara Hünerfauth
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